Salut ihr Lieben,

mein Name ist Madleine Schor und in ich darf in den diesjährigen Sommerferien als Jobentdeckerin durch unseren schönen Landkreis Haßberge touren. Auf meiner Reise darf ich dabei verschiedene Berufsfelder und Firmen kennenlernen und nebenbei auch noch ein bunt gemischtes Programm an Freizeitangeboten in unserer Region testen.

Mein erster Stopp führte mich zu der Metallbaufirma Haga in Hofheim. Die Haga GmbH wurde vor über 40 Jahren vom Geschäftsführer Norbert Rumpel gegründet. Von einem kleinen Unternehmen, das in einer Garage ihren Ursprung hatte, hat sich die Haga im Laufe der Jahre zu einem der Marktführer in der Metallbranche etabliert. Doch trotz des Wachstums der Firma, die mittlerweile auf drei Standorte in ganz Deutschland verteilt ist, ist der Kern des Unternehmens erhalten geblieben und auch heute noch ist die Haga ein echtes Familienunternehmen, was vor allem am familiären Umgang unter den Mitarbeitern deutlich wird.

Mein erster Arbeitstag, der ganz unter dem Motto „Haga entdecken“ stand, startete Dienstagmorgen um 8:00 Uhr. Nachdem mich Daniela Rumpel, die für die Organisation in der Haga verantwortlich ist, in Empfang genommen hatte und wir die wichtigsten Details für die nächsten zwei Tage besprochen hatten, führte Sie mich erst einmal über das ganze Firmengelände. Dabei wurde mir bewusst, wie groß das Anwesen wirklich ist und wie schnell man sich dort verlaufen kann. Ich schaute sowohl in der kaufmännischen als auch technischen Abteilung vorbei, wo mir viel über die vergangenen Projekte der Haga berichtet wurde. Neben nationalen Aufträgen ist die Firma auch immer wieder an internationalen Projekten, wie z.B. in Kuwait, England oder Portugal beteiligt. Der Leiter des Technischen Bereiches, Herr Achim Zippel, erklärte mir, wie einzelne Pläne in 2D oder 3D umgewandelt werden. Danach durfte ich mich selbst beim Zeichnen am PC ausprobieren.

Das ich mir einen besonders guten Zeitraum für das Praktikum ausgesucht habe merkte ich bereits am ersten Tag, einer der Mitarbeiter hatte Geburtstag und es gab Eis und auch am zweiten Tag wurde es nicht schlechter, denn es stand Mitarbeitergrillen auf dem Plan. So macht Arbeiten auf jeden Fall Spaß.

Wo am ersten Tag mehr Theorie war, stand am zweiten Tag die Praxis im Vordergrund. Ich startete ohne großes Vorwissen über den Beruf des Metallbauers in den zweiten Tag. Dazu gehört es auch, dass mein Arbeitstag bereits um 6:00 Uhr begonnen hat, was zunächst etwas ungewohnt war. Man ist da mit dem Schulstart um 8:00 Uhr doch schon ganz schön verwöhnt. Mein Tag war so strukturiert, dass ich jeweils immer ungefähr 1 ½ Stunden in den einzelnen Fertigungsbereichen verbracht habe und im Anschluss in den nächsten gewechselt bin, sodass ich am Ende des Tages alle Produktionsschritte, die zum Bau von Fenstern und Türen notwendig sind einmal durchlaufen bin. Nachdem mir die einzelnen Mitarbeiter immer kurz die Arbeitsschritte erklärt haben, durfte ich selbst loslegen. Vom Zusägen der einzelnen Teile per Maschine, über das festschrauben von Fensterteilen bis hin zum Schlussendlichen verpacken der fertigen Teile durfte ich tätig werden. Gerade beim Anbringen des Gummis im Fenster oder Türrahmen sind kleine Tricks und Kniffe sehr hilfreich, die man nach ein paar Versuchen aber sehr schnell drauf hat. Für alle meine Fragen standen mir die Mitarbeiter jederzeit gerne zu Verfügung.

Die Ausbildung zum Metallbauer, zur Metallbauerin dauert 3 ½ Jahre. Im Laufe der Ausbildung entscheidet man sich dann für eine von drei Richtungen: Nutzfahrzeugbau, Metallgestaltung oder Konstruktionstechnik. Um die Ausbildung erfolgreich beenden zu können, müssen 2 Gesellenprüfungen absolviert werden. Das Gehalt eines Metallbau-Azubis steigt von Jahr zu Jahr. Sind es im ersten Jahr rund 300- 700 Euro können es im vierten Jahr bereits zwischen 470 und 820 Euro sein, das ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Ich kann den Beruf des Metallbauers jedem empfehlen, der Handwerklich geschickt ist, gerne mit Technik arbeitet und kein Problem hat, eine Aufgabe über einen längeren Zeitraum immer wieder zu wiederholen.

Ich persönlich war sehr überrascht, wie viele verschiedene Arbeitsschritte für den Bau von einem Fenster oder einer Tür notwendig sind. Metallbauerin als späteren Beruf für mich selbst könnte ich mir zwar nicht vorstellen, aber für alle die sich für diesen Beruf interessieren kann ich die Haga als Ausbildungsplatz auf jeden Fall weiterempfehlen. Alle Mitarbeiter sind sehr nett und lustig, es wird also nie langweilig. Ich persönlich würde mir für das von Männern dominierte Berufsfeld wünschen, das sich in Zukunft mehr Frauen für diesen Beruf entscheiden würden.

Ich bin schon mal gespannt was mich in den nächsten Wochen so erwarten wird. Bis dahin alles Gute.

Eure

Madleine