Nach einem sehr spannenden Tag bei Radio Primaton, ging es für Jule und mich in dieser Woche sofort mit dem nächsten Jobentdeckereinsatz weiter. „Einsatz“ ist zugleich auch ein markantes Stichwort für unseren nächsten Einsatzort, den Haßberg-Kliniken. Tag täglich zeigen hier Ärzte, Krankenschwester, Hebammen, Therapeuten und viele mehr, ihren vollen Einsatz, indem sie sich um die Patienten kümmern. Für uns beide war es das erste Mal, als Jobentdeckerinnen im Bereich „Gesundheit und Soziales“ aktiv zu sein, was die Vorfreude natürlich gesteigert hat. Jule war während der zwei Tage auf der Akutgeriatrie, die erst seit 2014 Teil des Haßfurter Krankenhauses ist, zu Gast. Ich hatte mich bereits davor schon für die Gynäkolgie und Geburtsstation entschieden.

Die Haßberg-Kliniken mit seinen Standorten in Haßfurt (150 Betten) und Ebern (70 Betten), existieren bereits seit 1945. Ab 2007 gibt es zudem eine zentrale Patientenaufnahme, die mit den neusten Standards der Technik ausgestattet ist. Die sogenannte ZPA dient den Patienten als Anlaufstelle für sowohl ambulante als auch stationäre Fälle. Neben den bereits oben genannten Stationen hat der Stützpunkt Haßfurt noch zwei weitere, die „Allgemein- und Unfallchirurgie“, sowie die Station für „Inneres und Anästhesie“

Nach einer kurzen Einführung in die Regeln und Verhaltensweisen des Krankenhauses, ging es für uns beide direkt mit unserem ersten Arbeitsschritt los: Das Ankleiden. Für ein Praktikum im Krankenhaus gehört es sich, auch entsprechende Kleidung zu tragen, die uns vom Krankenhaus freundlicherweise bereitgestellt wurde. Neben weißen Hosen, sowie weißen Oberteilen, machte ein entsprechendes Namensschild unseren „Look“ perfekt.

Nach dem Ankleiden ging es dann für uns endlich auf die Stationen. Gleich am ersten Tag machte die Geburtsstation mit vier neuen Erdenbewohnern ihrem Namen gleich alle Ehre, der zweite Tag lief in dieser Hinsicht ehr etwas ruhiger ab. Zu meinen Aufgaben in den zwei Tagen gehörten vor allem, das Vorbereiten von leeren Zimmern für neue Patienten, das auffüllen von verschiedenen Pflegeprodukten, sowie das holen von Medikamenten und sonstigen Dingen von anderen Stationen. Wenn ein Patient um Hilfe „Klingelte“, konnte ich auch hin und wieder mal selbst bei kleineren und größeren Anliegen helfen. Das klingt auf den ersten Blick etwas langweilig. Die meiste Zeit jedoch durfte ich die Schwestern bei ihren Tätigkeiten begleiten, zuschauen und mit kleinen Aufgaben, wie Blutdruck messen behilflich sein. Es ist natürlich logisch, dass mir als Praktikantin für zwei Tage irgendwo die Hände gebunden sind. Trotz allem finde ich es sehr interessant, vieles verschiedene einfach mal miterlebt zu haben. Und ich kann sagen, dass ich am Ende der beiden Tage, die Station und Ihre Aufgaben gut kennen gelernt habe. Wer sich für den Beruf der Hebamme entscheidet macht momentan noch eine dreijährige Ausbildung an einer speziellen Hebammenschule. In den kommenden Jahren soll es aber auch einen speziellen Studiengang für Hebammenanwärter geben. Im ersten Ausbildungsjahr liegt das Gehalt bei ca. 980€ im dritten Jahr sind es bereits ca. 1140€. Wer sich für den Beruf der Hebamme entscheidet, sollte die Arbeit mit Medikamenten mögen, gerne Verantwortung für andere übernehmen, Spaß am direkten Umgang mit Menschen haben und sich nicht vor Blut etc. ekeln.

In der Mittagspause holte uns Frau Kramer ab, die für die Öffentlichkeitsarbeit im Krankenhaus zuständig ist. Nach einem sehr schmackhaften Mittagessen, gab es für uns dann noch eine kleine Führung durch das Haus, bevor es für uns wieder zurück auf die Stationen ging….

Ich durfte die Zeit in den Haßberg-Kliniken in der Akutgeriatrie verbringen. Dieser Bereich bemüht sich Senioren zur Genesung zu helfen und sie vor allem auch auf das selbstständige Leben nach dem Krankenhausaufenthalt vorzubereiten. Die Akutgeriatrie hilf den Patienten Selbstständigkeit zu erhalten, ihre Pflegebedürftigkeit zu reduzieren, gesundheitliche Beschränkungen auszugleichen, Krankheiten zu bewältigen und ihre Lebensqualität zu steigern. Der Tagesablauf wird in diesem Bereich an die individuellen Bedürfnisse der Patienten angepasst, bis auf festgelegte Aktivitäten zu bestimmten Tageszeiten, es gibt auch Gruppentherapien wie Kochen und Backen, Musik- oder Gedächtnistraining, welche die Ergotherapeuten durchführen. Eine Ergotherapeutin durfte ich über die zwei Tage bei einigen Aktivitäten begleiten. Begonnen mit einer Gruppentherapie, welche Gedächtnistraining beinhaltete. Den Patienten wurden Worte, die zum Thema Sommer und Urlaub passten gezeigt und sie durften reihum Wörter aus derselben Wortfamilie nennen oder überlegen, was man beispielsweise im ,,Meer“ alles machen kann. Diese Übung unterstützt die kognitive Leistung der Patienten und bringt sie auf kreative Weise dazu, nachzudenken und ihr Gehirn zu trainieren. Dann durfte ich einen Test mit einem neu angekommenen Patienten machen, der seine kognitive Leistung gleich zu Beginn testen soll. Die Fragen sind von sehr leicht bis zu etwas anspruchsvoll und meiner Meinung nach sehr sinnvoll. Eine weitere Aufgabe der Therapeuten ist es zu schauen, wie mobil die Patienten sind und ob Transfertraining nötig ist. Mein letzter Einsatz am ersten Tag bestand darin zu Patienten ins Zimmer zu gehen und Einzelübungen zu machen, die das räumliche Vorstellungsvermögen, Sprachfindung oder wieder kognitive Fähigkeiten trainieren sollen.

Tag 2 begann etwas früher aber auf meinen Wunsch hin mit Wasch- und Anziehtraining, was den Patienten helfen soll wieder Selbstständigkeit zu erhalten. Das erleichtert ihnen die Heimkehr. Um 08.00 war Übergabe der Therapeuten von Patienten aus der Nachtschicht an die Frühschicht. Dabei wurden wichtige Informationen oder Auffälligkeiten ausgetauscht, um den Therapeuten am nächsten Morgen den reibungslosen Einstieg zu ermöglichen. Mit dem am Vortag angekommenen Patienten machten wir einen weiteren, etwas längeren und anspruchsvolleren Test, um die Leistung seines Gedächtnisses noch besser einordnen zu können. Spaßeshalber habe ich leise mitgemacht und hatte auch nicht volle Punktzahl. An dem Tag bekam ich auch stärker mit, wie viel Zeit jedem Patienten geschenkt wurde. Wir waren in jedem Zimmer 30-75 Minuten, haben uns mit den Leuten unterhalten und sind auf Wünsche eingegangen. Bei 16 Patienten pro Therapeuten füllt das den 8-9 Stunden Tag gut. An meinem Tag 2 durfte ich auch bei Motorikübungen zuschauen und ich bekam von dem super freundlichen Patienten sogar die Erlaubnis Bilder und Videos zu machen, was im Krankenhaus gar nicht so typisch oder einfach ist. Mit dem Zusammenschreiben der Ergebnisse der Gespräche, Tests und Übungen endete auch mein zweiter Tag.

Zusammenfassend können wir sagen, dass wir eine schöne Zeit im Krankenhaus hatten und auch vieles neues dort sehen und lernen durften. Vielen Dank für das Erlebnis.