Meine zwei Tage als Jobentdeckerin beim Bayerischen Roten Kreuz sind nun auch wieder zu Ende. Am ersten Tag, als hätte die Spannung, in ein neues Berufsfeld zu schnuppern nicht gereicht, kam auch noch der BR, um einen Film über das Projekt „Jobentdecker“ beim BRK zu drehen.

Nachdem die ganze Sache abgehakt war, ging´s für mich dann in dem „neuen Beruf“ erst richtig los. Eigentlich war ich für meine zwei Tage beim Krankentransport eingeteilt, doch ich durfte auch in der Notfallrettung mitfahren!

Als mir das gesagt wurde, war das Adrenalin sofort zu 100% da, ich meine, wer hat noch nie davon geträumt, einmal im Leben im Rettungswagen mit Blaulicht und Sirene mitzufahren – ohne der Patient zu sein, natürlich!?!

So war es dann also: In kompletter Arbeitskleidung ging´s erstmal für mich und die Kollegen in den Aufenthaltsraum, wo bei Kaffee und guter Laune auf den Alarm „gewartet“ wird. Als ich das hörte, dachte ich an einen entspannten Arbeitstag, doch die Realität sieht dann ganz anders aus. Bald „meldete“ sich nämlich auch schon das Funkgerät und es ging los. Von 0 auf 100 muss ein Rettungssanitäter bereit sein. Kein Toilettengang, keine leere Tasse und auch keine Zeit zum mentalen Vorbereiten, sondern ab ins Auto und los geht´s.

So war es dann auch für uns. So schnell wie möglich hieß es Sachen packen und losfahren. Angekommen am Einsatzort wurden die Patienten untersucht, Medikamente verabreicht und Berichte geschrieben (heutzutage natürlich digital). Von dort aus ging´s ins Krankenhaus, wo wir sie in gute Hände weiter gegeben haben. Wieder am Rettungswagen, war Trage putzen, Protokoll fertig schreiben und mental wieder zu Ruhe kommen angesagt. Vom Einsatz kam ich mit gemischten Gefühlen zurück.

Einerseits finde ich den Beruf aufregend und super spannend, jeden Tag etwas Anderes zu erleben und nie zu wissen, was einen heute erwartet. Menschen in Not zu helfen, ist ein weiterer positiver Grund, eine Ausbildung als Rettungssanitäter zu beginnen. Andererseits glaube ich, ist es auch wichtig, mal eine Zeit lang Praktikum davor in diesem Berufsfeld gemacht zu haben. Ich dachte nämlich auch, mit so etwas komme ich leicht zurecht und obwohl unser Einsatz vermutlich nichts super Außergewöhnliches war, fand ich es schon hart, Menschen so leiden zu sehen. Aber die Erfahrung prägt, und es lohnt sich, das mal erlebt zu haben!!

Ich würde allen Interessierten sofort ein Praktikum empfehlen, es war echt interessant und aufregend! Zurück vom Einsatz wurden mir die verschiedenen Bereiche des BRKs von Natascha Endres, Leiterin Personal, vorgestellt. Bayerisches Rotes Kreuz haben sicherlich alle von euch schon mal gehört, doch dass da echt viel dahintersteckt, wissen vermutlich schon weniger. Mit 1326 aktiven Rotkreuzlern, 11516 Fördermitgliedern, 239 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 187 Geringfügig Beschäftigte, 29 Auszubildenden/Praktikanten und 15 FSJ´lern/Bufdis schon allein im Kreisverband Haßberge ist es eine sehr große Gemeinschaft von Menschen für Menschen. Außerdem kann man sich beim BRK in vielen Bereichen ehrenamtlich engagieren, z.B. in der Wasserwacht, beim Jugendrotkreuz oder der Rettungshundestaffel. Jugendsozialarbeit an Schulen, offene Ganztagsschulen und Sprachkurse sind Beispiele für weitere Arbeitsfelder beim BRK (genauere Infos unter http://www.kvhassberge.brk.de).

So ging dann auch mein erster Tag schon zu Ende und ich startete voller Vorfreude in den zweiten. An diesem Tag dann, wie geplant, mit dem Krankentransport. Hier werden kranke, alte oder körperlich eingeschränkte Menschen von Altenheimen oder ihrem Zuhause ins Krankenhaus, von dort aus wieder heim oder in spezielle Kliniken gefahren, wenn sie selbst nicht/nicht mehr fähig dazu sind. Der erste Auftrag ging ein und von da ab ging´s im ganzen Landkreis Haßberge von einem Ort zum anderen. Immer wieder mit neuen Menschen in Kontakt zu kommen und ihnen zu helfen, sind, finde ich, gute Gründe, diese Arbeit durchzuführen. Erfahrungen mit schwierigen Zeiten des Lebens sind im Krankentransport sowie in der Notfallrettung Alltag, das muss man verarbeiten können, doch wenn man das Ganze nicht zu sehr an sich ran lässt, sind es echt super aufregende, abwechslungsreiche und herausfordernde Berufe!! Eine Ausbildung, ein FSJ, Bufdi oder Praktikum beim BRK lohnen sich. Selbst wenn einem diese zwei Bereiche zu nervenkitzelnd sind, bietet das Rote Kreuz noch viele weitere spannende Berufsbilder an, informiert euch!!(Website von oben)

Mir haben meine zwei Tage super gefallen! Die freundliche und schnelle Aufnahme im Team, der Nervenkitzel und die Hilfe für andere Menschen haben die zwei Tage zu unvergesslichen Tagen gemacht. Danke an das BRK und das Team!!