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Sauberes Wasser, ein Privileg

Das deutsche Wasser aus der Leitung zählt zu den reinsten und umwelt-, wie auch gesundheitsschonensten weltweit. Dafür sind Wasserhäuser mit Filtern und Osmoseanlagen verantwortlich, die unter anderem von der Firma EnWaT (Energie- und Wasser-Technologie) in Stettfeld hergestellt, getestet, eingebaut und kontrolliert werden.

Wasserlogo_klein

Bei diesem Unternehmen durfte ich diese Woche mein Praktikum machen und eintauchen in die Aufgabenbereiche, der 2007 gegründeten Firma. In den Anfangszeiten wollte man verschiedenes ausprobieren, die Arbeit mit Biomasse als Energieträger wurde aber nach und nach eingestellt, da EnWaT sich im Laufe der Zeit auf die Reinigung von Wasser konzentrierte. Mittels Filter mit Poren von 20nanometern, wird das Wasser gründlich gereinigt. Viren und Bakterien werden ganz ohne die Zugabe chemischer Mittel (wie Chlor), rein mechanisch, vom Wasser getrennt. Diese Filter werden zur Trinkwasserversorgung, bei Eigenwasserversorgern, aber auch in vielen Brauereien verwendet, da die Wasserhärte viel am Geschmack des Biers verändern kann und die Regelung dieser somit wichtig für den Braumeistern ist.

Ausgebildet wird in Stettfeld aktuell noch nicht, das soll sich aber ab nächstem Jahr ändern, Ferienjobbler und Studenten, die die Semesterferien in der Werkstatt verbringen, werden über das ganze Jahr verteilt mit 450 Euro im Monat entlohnt. Es arbeiten 20 Personen in dem Betrieb, davon sind aber nur 13 festangestellt. Die flexiblen Arbeitszeiten, das gute Klima unter Kollegen und die Vielfalt der Arbeit zählen zu den großen Vorteilen der Arbeit bei EnWaT und natürlich auch, dass auch Quereinsteiger willkommen sind.

Die Werkstatt in Stettfeld

Nun möchte ich aber etwas über meine persönlichen Erfahrungen und meinen Eindruck vom Unternehmen berichten. Ursprünglich war ich als ,,Programmiererin für Anlagentechnik“ eingeplant und ehrlich gesagt hätte ich in dem Bereich nur positiv überrascht werden können, weil Computer und Programmieren einfach nicht meine Welt sind. Nach einem ersten Kennenlernen und einer Führung über das Gelände mit dem Chef, Klaus Strätz, war aber schnell klar, dass ich nicht vor den Computer gesetzt werde, ich durfte mir basierend auf meinen persönlichen Interessen, den Bereich aussuchen, den ich erkunden durfte und es ging in die Werkstatt. Nach den zwei Tagen im Autohaus Dietz und meinen Erfahrungen dort, wollte ich einfach endlich mal wieder Schrauben und das durfte ich dann auch bald. Ich durfte gleich mit auf Montage, nach Huppendorf…Na, woran denkt ihr, wenn ihr Huppendorf hört? Richtig! An Bier. Und genau dahin ging es für mich auch, an die Quelle des berühmten ,,Huppendorfer“ .

Vor Ort bekam ich noch eine kleine Rundführung vom Braumeister und wieder kam das Thema Geschlechter auf. Es arbeitet nämlich keine einzige Frau in der Brauerei. Auf die Frage, wieso das so sei, bekam ich zwei Antworten, eine mit der ich schon gerechnet hab: Das Gewicht der Fässer und eine, an die ich nie gedacht hätte: Der Temperaturunterschied. In anderen Brauereinen, wurde mir gesagt, hätten Frauen körperlich zu kämpfen, mit den großen Temperaturunterschieden in den verschiedenen Räumen, wieder was gelernt. Verkauft werden dort 2.000.000l pro Jahr, die ziemlich nachhaltig produziert werden. Das Reinigen von Wasser ist ja an sich schon nachhaltig, aber in Huppendorf werden die Flaschen auch wiederverwertet, bis sie kaputt sind und der verwendete Strom ist regenerativ. Die Liebe zum Bier und die Abwechslung im Beruf sorgen dafür, dass auch aktuell viele Auszubildende den Beruf des Braumeisters erlernen wollen. Den kleinen Brauereiexkurs muss ich nun aber leider beenden und wir gehen zurück zu meiner Tätigkeit bei EnWaT.

Mein wunderschöner Teelichtbehälter

,,Willst du was basteln?“

Diese Frage wurde mir am ersten Tag gestellt und ich war erstmal etwas verwirrt. Nachdem es eine kleine Auseinandersetzung mit meinem Kollegen darüber gab, ob ein dekorativer Schmetterling oder ein praktischer Grillanzünder sinnvoller ist, hat ein Teelichtbehälter in Blumenform, der dekorativ und praktisch zugleich ist, gewonnen und ich hatte so viel Spaß beim ,,basteln“. Rohre in die passende Form schneiden, schmirgel, polieren und schweißen, es war echt mega cool. Ich wollte ein Selfie in dem Schweißhelm machen, weil der mir echt gut gestanden hat, aber das Licht vom Display hat ihn leider immer abdunkeln lassen…Damit war der erste Tag leider schon vorbei und an Tag 2 waren wir dann richtig viel unterwegs.

Durch fünf verschiedene Landkreise durfte ich an dem einen Arbeitstag und was soll ich sagen…bleibt in den Haßbergen, die sind am schönsten! ;P

In der Gemeinde Schwanfeld gab es Probleme mit einem Filter von EnWaT, die haben wir uns erstmal genauer angeschaut (Bild oben links) und festgestellt, dass dort ein neues Modul eingbaut werden musste (siehe Bild oben links). Das haben Thomas, mit dem ich an dem Tag unterwegs war, und ich natürlich gleich ausgetauscht und danach hat alles funktioniert. Das ist schon ein schönes Gefühl, Fehler zu finden und zu beheben. Auch einer der absoluten Vorteile im Handwerk. Etwas funktioniert und du weißt, dass du alles richtig gemacht hast und kannst dich freuen und dann auf’s nächste Problem konzentieren. Dann ging es weiter in die Brauerei in Reckendorf, vor Ort stellten wir aber fest, dass uns ein wichtiges Teil fehlte, das wir für dort vorhanden gehalten haben. Das schwierigste an Montagen ist tatsächlich das packen davor. Alle Teile und Werkzeuge müssen im Auto sein, sonst hast du vor Ort ein Problem und während du packst, weißt du ja noch nicht, was fehlt und erneuert werden muss. Meistens hast du alles dabei, manchmal aber auch nicht, dann wird das Projekt auf den nächsten Tag gelegt und es geht weiter. Langeweile kennt man bei EnWaT nämlich nicht, es gibt immer was zu tun. In unserem Fall ging es dann nach Bad Staffelstein, nicht zum baden und entspannen, sondern zum arbeiten. Bei einer Brauerei, die noch nicht in Betrieb ist, war ein Rohr nicht dicht und Wasser tropfte aus dem Tank. Um das Rohr wieder dicht zu bekommen musst das Wasser, das literweise im Tank war, abgelassen werden. Entweder durch einen Schlauch, der gefühlte drei Tropfen pro Stunde aus dem Tank befördern konnte, oder einfach komplett aufdrehen und den kompletten Raum überfluten. Möglichkeit drei war unser Hilfsmittel selbst zu bauen, ein frisches, weißes T-Shirt, Klebeband und ein Fliesenabzieher mit Stiel wurden so in die Öffnung des Tanks gedrückt(siehe Bild oben mitte), dass das Wasser kontrolliert aber schnell abfließen und die Arbeit an dem Rohr beginnen konnte. Zum Abschluss durfte ich in der Werkstatt noch etwas Flexen, dann hab ich mich verabschiedet und so gingen die zwei Tage bei EnWaT wie im Flug vorbei.

Das Praktikum bei EnWaT hat mir super viel Spaß gemacht, Handwerk im Allgemeinen ist einfach unglaublich abwechslungsreich und in diesem Fall definitiv auch sehr kreativ. Ich weiß nicht, wie gut ich tatsächlich in der Werkstatt zu gebrauchen bin, aber in den zwei Tagen durfte ich wieder sehr viel ausprobieren und mal neue Maschinen in der Hand halten, das fand ich klasse, daneben stehen und zuschauen ist ja auch langweilig. Die Leute in dem Unternehmen sind total freundlich und zuvorkommend gewesen, ich hab wirklich gemerkt, dass meine Interessen eine große Rolle gespielt haben und ich wurde in der kurzen Zeit echt gut aufgenommen. Also ich kann es jedem nur empfehlen. Für mehr Infos könnt ihr gerne die offizielle Seite von EnWaT : https://www.enwat.de/ besuchen oder auch auf mich zukommen.


Auf den Spuren mittelalterlicher Zeiten

Die Mauern der Burg Altenstein

Das Freizeitprogramm, welches wir letzten Freitag testen durften, verknüpfte Geschichte mit Moderne. Wir durften auf die Burg Altenstein. Deren Grundsteine bereits vor 1220 gelegt wurden.

Zu Beginn bekamen wir eine Führung über das Burggelände. Herr Blöchl, der Burgenwinkelmanager, erklärte uns zuerst, was der Deutsche Burgenwinkel ist: Ein Zusammenschluss von acht Kommunen und dem Landkreis Haßberge, der den gesamten nordöstlichen Bereich des Landkreises (Ebern, Hofheim, Burgpreppach, Maroldsweisach, Pfarrweisach, Rentweinsdorf, Untermerzbach und Königsberg) umfasst. Der Deutsche Burgenwinkel wurde gegründet, um den Landkreis touristisch zu vermarkten und in Wert zu setzen. Insbesondere die Nutzung von Burgen, Burgruinen und Schlössern als Ressourcen des Verbandsgebietes stehen dabei im Zentrum. Die Vermittlung von Wissen über das große historische Erbe der Region an Touristen, wie aber auch an Einheimische (besonders stehen hierbei Kinder und Jugendliche im Fokus) zählt zu den Hauptzielen. Der Deutsche Burgenwinkel möchte somit einen Beitrag, zur regionalen Identitätsbildung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Region, leisten. Nach diesem Einstieg wurden wir über das Gelände geführt und Herr Blöchl konnte uns mit Informationen über die Bauweise der Burg, die Geschichte, wie aber auch über das mittelalterliche Leben reichlich versorgen. Auf alle gestellten Fragen ging er mit Freude ein und beantwortete sie ausführlich.

Nachdem Herr Blöchl betont hatte, dass der Deutsche Burgenwinkel auch der Abwanderung aus dem Landkreis entgegenwirken möchte, kam die Frage nach speziellen Angeboten für Jugendliche oder junge Erwachsene auf. Auch Gruppen von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen können selbstverständlich an Führungen teilnehmen und bekommen dann natürlich anderes erzählt, als Schulklassen oder Kindergeburtstage, es gibt auch die Möglichkeit, sich als Rundführer für den Burgenwinkel zu bewerben und der Zweckverband ist auch auf verschiedenen Messen präsent, die auch für Schüler und Studenten interessant sind. Des Weiteren gibt es altersunabhängig verschiedene Aktionen, wie den Burgenwinkeltag in Königsberg oder ein Waldkonzert und einen Wandertag. Diese Aktionen werden in Kooperation mit anderen Verbünden oder Organisationen, wie Haßberge Tourismus geplant und umgesetzt. Für Ideen und Vorschläge an Programmen oder Aktionen hat der Deutsche Burgenwinkel jederzeit ein offenes Ohr.

Herr Blöchl als Burgenwinkelmanager hat einige Aufgaben zu bewältigen, er selbst bezeichnete sich in der Führung als ,,das Mädchen für alles“. Unter seine Aufgaben fallen zum Beispiel die Entwicklung und Steuerung des Burgenwinkels, Öffentlichkeitsarbeit und die Stabilisierung des bereits vorhandenen Netzwerkes an Organisationen. Die online Präsenz aufrecht erhalten, die über Haßberge Tourismus geführt wird, Verwaltung im Sinne von Personalplanung und vieles mehr. Ein definitiv vielfältiger und interessanter Beruf, der viel Zeit und Energie kostet, aber Erfahrung und neue Sichtweisen mit sich bringt.

Wir beide(Ann-Kathrin und Jule) hatten definitiv viel Spaß und konnten einiges lernen

Nach der Führung, bei der wir definitiv noch einiges gelernt haben über den Deutschen Burgenwinkel, der uns vorher kein Begriff war, Burgen und das Mittelalter aber auch die Öffentlichkeitsarbeit und den Beruf des Burgenwinkelmanagers, begann der modernere Teil des Freizeitprogrammes. Wir durften das Burgkino besuchen. Dieses wird von den beiden Vereinen „Burg- und Heimatverein Altenstein“ und dem CVJM Altenstein organisiert und ausgerichtet.

In einem Keller der Burg wurden Leinwand und Bierbänke aufgestellt. Es gab Chips, belegte Brote und Getränke und wir durften uns den Film ,,Green Book-Eine besondere Freundschaft“ aus dem Jahr 2018 anschauen. Das Ambiente war einfach traumhaft und lockte zahlreiche Besucher ins Kino, es war kaum ein Platz frei, als der Film startete. Ein weiterer Vorteil des Burgkinos ist, dass die Vorstellungen kostenlos sind, lediglich um Spenden gebeten wird. Bedenkt man aber, wie modern die gespielten Filme sind (am nächsten Tag lief Bohemian Rapsody) und dass GEMA bezahlt werden muss und Aufwand dahinter steckt die Bänke aufzubauen, den Beamer zum Laufen zu bringen, den Raum regelmäßig von Chipskrümeln und heruntergefallenen Servierten und Taschentüchern zu befreien, ist die bitte um eine Spende mehr als berechtigt. Wir persönlich, sehen das kostenlose Burgkino auch als kleinen Liebesbeweis der Betreiber an die Burg Altenstein. Man könnte damit, da sind wir uns sicher, viel Geld machen, weil es einfach toll ist. Das wollen sie aber nicht. Man hat sich bewusst dazu entschieden jedem, der kommen möchte freien Eintritt in die Burg zu gewähren, das schöne Ambiente für jeden zugänglich zu machen, nur um der Freude der Besucher Willen, nicht um Profit zu machen.

Wir als Jobentdecker ziehen unseren Hut vor dem Deutschen Burgenwinkel und speziell der Burg Altenstein mit ihrem Burgkino, für ihr Ideenreichtum und Interesse daran, Touristen, wie auch den Menschen im Landkreis, die Schönheit des Landkreises zu vermitteln. Die attraktiven Programme, die der Deutsche Burgenwinkel anbietet, können wir nur weiterempfehlen und falls Sie, lieber Leser, in den Ferien mal frei haben und nach einem Ausflug suchen: Schauen Sie sich die schönen Burgen unseres Landkreises an und tauchen Sie in ihre Geschichte ein!


Marketing bei marcapo

Diese Woche bekam ich die Möglichkeit, bei marcapo in Ebern, in verschiedene Marketingberufe Einblick zu erhalten. Vermarktung, Werbeberatung, Produkt- und Projektmanagement waren die vier Bereiche in die ich, über zwei Tage verteilt, schnuppern durfte.

Bevor ich euch von meinen Erlebnissen berichte, möchte ich kurz ein paar Worte zu marcapo als Unternehmen schreiben: marcapo ist zuständig für lokale Markenführung und Marketingportale. 155 Mitarbeiter arbeiten dort und davon sind 15 Ausbilder, die jeweils einen Azubi zugeteilt bekommen, um den sie sich kümmern. Das Unternehmen bietet unter anderem Marketingportale, Werbemaßnahme und Design, Vermarktung und Aktivierung, Partnerbetreuung und -entwicklung und vieles mehr als Leistungen an und zu den wohl bekanntesten Kunden zählen STIHL, Wella, Ergo, Hans im Glück und Itzehoer. Vor der Gründung des heutigen Unternehmens wurde das Gebäude als Druck- und Verlagshaus und später als Full-Service-Werbeagentur genutzt. 2005 wurde marcapo, wie es heute existiert, gegründet. Geschäftsführer sind aktuell Thomas Ötinger, Marc-Stephan Vogt und Christian Schwarzenberger. Berufserfahrene, Studenten und Schüler haben die Möglichkeit dort Ausbildungen oder Duale Studiengänge zu machen oder gleich ins Berufsleben einzusteigen.

Nun aber zu meinen Erfahrungen. Am ersten Tag war ich hauptsächlich in der Vermarktung unterwegs. Dort durfte ich gleich helfen Werbemittelideen für STIHL Fachhändler zu Weihnachten zu sammeln und ich durfte einen Beitrag für das interne Magazin der STIHL Fachhändler erstellen. Insgesamt hat mir dieses Ideensammeln und an den Kunden bringen am meisten Spaß gemacht. So in etwa habe ich mir Marketing vorgestellt und es war der, meiner Meinung nach, kreativste Bereich. Des Weiteren durfte ich an internen Team-Meetings teilnehmen und auf diese Weise bekam ich sehr schnell einen sehr tiefen Einblick in die Arbeit des Unternehmens.

Am nächsten Tag durfte ich in drei andere Bereiche (im Schnelldurchlauf) schnuppern. Begonnen mit dem Produktmanagement, das als ,,Knotenpunkt“ und ,,Schnittstelle zwischen den Abteilungen“ bezeichnet wird. Hier werden die Marketingprodukte immer wieder verbessert und das Preis-Leistungs-Verhältnis geprüft. Eine Erneuerung und Bearbeitung eines Produktes kostet bis zu 40 Arbeitsstunden, die Erstauflage benötigt ungefähr ein halbes Jahr, bis sie alle Bereiche durchlaufen und von jedem Zustimmung erhalten hat.

Der nächste Beruf, den ich kennenlernen durfte, war der des Projektmanagements. Nach einem Meeting des einen Teams (dieser Bereich ist in zwei Teams aufgeteilt mit je ca. 10 Personen, in denen sich die Mitarbeiter gegenseitig unter die Arme greifen und vertreten, falls nötig), erklärte mir eine sehr freundliche Azubine, worum sich das Projektmanagement kümmert. Das Projektmanagement ist die Schnittstelle zwischen marcapo und dem Kunden. Jeder Mitarbeiter in dem Bereich betreut eine Firma intensiv und ein paar andere Firmen nebenbei, falls die zuständige Person ausfällt oder gerade viel um die Ohren hat. Man stellt den Kunden neue Produkte vor und ist der Ansprechpartner für Fragen und Wünsche.

Der letzte Marketingberuf, den ich entdecken durfte, war die Werbeberatung. In dem Bereich geht es um den Kontakt mit dem Endkunden und man wirkt im Namen der Marken. Das Hauptaugenmerk liegt in diesem Bereich auf Versicherungen und Ärzten. Die Zufriedenheit der Endkunden wird regelmäßig mit Umfragen geprüft und man verschickt Newsletter mit zur Nachfrage passenden Angeboten.

Als Fazit fand ich die Zeit bei marcapo echt super und total interessant, ich kann mir sogar vorstellen, beruflich in die Richtung zu gehen. Die Mitarbeiter sind echt ein klasse Team, jeder gibt jedem Ratschläge und konstruktive Kritik und auch in der Freizeit treffen sie sich, zum Beispiel bei einem Fotokurs oder dem marcapo-Laufteam. Ich wurde gut aufgenommen und mir wurde alles erklärt und wenn ich Fragen hatte, wurden die auch freundlich beantwortet. Außerdem wurde ich nach meiner Meinung und Ideen gefragt, das fand ich total cool, nachdem ich ja kein Experte in dem Gebiet bin. Dass ich in so viele Bereiche schnuppern durfte, war eine einmalige Chance und sehr gut organisiert. Wie ihr bereits merkt, komm ich aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus, es war wirklich eine tolle Erfahrung!


Haßfurt neu entdecken…

…war das Motto unseres ersten Freizeitprogramms, an dem wir (Madleine und Jule) letzten Donnerstag teilnehmen durften.

Begonnen hat unser Programm an der Touristeninformation in Haßfurt. Dort wartete die sehr sympathische Frau Voll auf uns, welche uns durch die Stadt führte und alle Wahrzeichen zeigte, geschichtliche Fakten und historische Hintergründe zu Straßennamen und Ähnlichem erzählte und auch erklärte, weshalb Haßfurt eigentlich Haßfurt heißt. Die Vollbluthaßfurterin war dabei absolut in ihrem Element und kam aus dem erzählen und schwärmen gar nicht mehr raus und beantwortete auch gerne unsere Fragen.

Die Ritterkapelle, das Wahrzeichen Haßfurts

Nach der ,,gewöhnlichen“ Tour entdeckten wir auch noch eine eher versteckte Ecke Haßfurts, die wohl zu den schönsten Orten der Stadt zählt. In Oberreuters-Garten, einem ehemaligen Biergarten, wurden wir herzlich willkommen geheißen. Wir wurden nicht nur durch den wunderschönen Garten geführt, sondern durften in der Kegelbahn vor Ort unser Können unter Beweis stellen.

Eine der wohl schönsten Ecken Haßfurts, Oberreuters-Garten
Wir Jobentdeckerinnen zusammen mit den Eigentümern des Gartens Herr und Frau May (rechts hinten und zweite von links) und Frau Voll (vorne rechts)

Nach dem Besuch des Gartens ging es noch auf den ,,Oberen Turm“, wo wir schon ein bisschen Höhenluft schnuppern durften, bevor es dann tatsächlich in die Lüfte ging. Der krönende Abschluss unseres Ausflugs war nämlich ein Rundflug über den Landkreis. Wir konnten sogar unsere Häuser erkennen. Alles in Allem hatten wir also wirklich die Chance etwas über den Landkreis und Haßfurt zu lernen und beides aus neuen Perspektiven zu sehen. Sowohl die Führung durch Haßfurt, als auch den Rundflug können wir jedem nur empfehlen. Vorallem wenn man die Häuser, Straßen und Orte täglich sieht, ist es super spannend die Geschichten dazu zu kennen und neue Perspektiven kennenzulernen.

Wir hatten echt total viel Spaß und freuen uns schon auf unsere nächsten Freizeitaktivitäten.

Bis dann und liebe Grüße, eure Madleine und Jule


Meine erfolgreiche erste Woche

Hallihallo ihr Lieben,

mein Name ist Jule und ich bin eine der vier Jobentdeckerinnen der Haßberge 2019. Diese Woche war mein erster Einsatz und ich durfte in den Beruf der KFZ-Mechatronikerin im Autohaus Dietz in Ebern schnuppern. Am Montag ging es um 07.20 los. Herr Stefan Leidner, der KFZ-Meister des Autohauses, war meine Ansprechperson und ein richtiger Glückstreffer für mich.

Das Praktikum war eines meiner Wunschpraktika. Als ich gehört hab, dass man in den Beruf des KFZ-Mechatronikers schnuppern darf, war ich sofort begeistert. Das lag daran, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte KFZ-Mechatronikerin zu werden und ich dachte mir, dass das ja nur lustig werden kann und letztendlich hat es mir total gut gefallen.

Am besten an dem Praktikum fand ich, dass ich ziemlich viel machen durfte, vorallem am ersten Tag. Der Beruf des KFZ-Mechatronikers hat den Vorteil sehr selbstständig zu sein und trotzdem braucht es ein gutes Team, um das Auto zu reparieren. Ich musste keine Löcher in die Luft starren, sondern durfte gleich von Anfang an anpacken. Schrauben rein und raus drehen wurde zu meiner Hauptaufgabe, aber ich durfte auch beim Reifenwechsel, Anhängerkupplung anbauen und Kundendienst helfen. Während der Arbeit hatte ich die Möglichkeit die anderen mit Fragen zu durchlöchern, zu dem Beruf, zum Handwerk im Allgemeinen, zu ihrer Freizeit. Alles, was mir nunmal in den Kopf kam. Dazu wird noch ein extra Bericht, nur in Interviewform kommen. Ein Zitat teile ich aber schon jetzt mit euch, da es mir besonders im Gedächtnis geblieben ist.

,,Kein Beruf ist so unterbezahlt, wie das Handwerk.“

Der Lohn liegt in der Ausbildung ca. bei 450-650 Euro im Monat. Danach steigt er schon, variiert aber von Werkstatt zu Werkstatt und großes Geld machen ist in dem Beruf nahezu unmöglich. Mein Arbeitstag startete, wie bereits erwähnt um 07.20, ich hatte zwei Pausen, eine von 09.30 bis 09.50 und eine zwischen 12.15 und 12.45, nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass um 16.05 Feierabend war (vielleicht bin ich als Schülerin da auch etwas zu verwöhnt). Und Langeweile ist ein Fremdwort in dem Beruf, es gibt immer etwas zu tun. Mehr als man schaffen kann. Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man überlegt beruflich in die Richtung zu gehen.

,,Da ist Lego teilweise verständlicher.“

Was mir am ersten Tag aufgefallen ist, ich aber auch schon ein bisschen erwartet hatte, war, dass die Männerquote in der Werkstatt deutlich überwiegt. Zehn Männer und eine Auszubildente. Da musste ich auch ein bisschen nachbohren. Die Auszubildente selbst ist durch ihren Großvater, der auch eine Werkstatt hatte, in der sie immer mal wieder geholfen hat, auf den Beruf gekommen und ist super zufrieden mit ihrer Wahl. Ihre männlichen Kollegen sind auch super zufrieden mit ihr. Als ich Stefan darauf angesprochen hab, meinte er, dass es noch nie Probleme mit Mädchen gab, ganz im Gegenteil. Seiner Meinung nach, sind die weiblichen Praktikanten und Azubis wirklich motiviert das Handwerk erlernen, während Jungs oft nur Praktikum in der Werkstatt machen, weil es halt jeder macht. Ein andrer Kollege, der sich mit mir über meine Berufswünsche unterhalten hat, meinte: ,,Es ist nunmal kein Mädchenberuf.“ Ich hab natürlich gleich gefragt, weshalb er das so sieht und die Argumentation war sinnvoll und ich konnte nachvollziehen, was er meinte.

,,Nur weil ein Mädchen den Reifen trägt, wird der Reifen nicht leichter.“

Er hat mir die Geschichte erzählt, wie er eine Praktikantin einen Reifen hat schleppen lassen und dafür angemotzt wurde, weil er das arme Mädchen doch nicht so ein Gewicht tragen lassen kann. Er meinte, dass wenn eine Frau denselben Beruf ausübt wie er, sie auch dasselbe leisten muss wie er. Sei es im Bezug auf Geschicklichkeit, Ausdauer oder Kraft. Ich dachte an den Reifenwechsel am Vortag, bei dem ich mit einem 10kilo Reifen schon Probleme hatte, weil ich nicht wusste, wie ich ihn anpacken muss und ihn auf Brusthöhe zu heben, war auch für mich kein Kinderspiel und ich bin kein kleines zierliches Mädchen. Ich hab ihn verstanden. Ich möchte hier auf keinen Fall Mädchen/Frauen abschrecken, mir haben die Tage total viel Spaß gemacht und es gibt auch einige Frauen, die als KFZ-Mechatronikerin arbeiten und super glücklich damit sind. Man muss sich nur im Klaren darüber sein.

Ich hatte, wie bereits angedeutet eine super Zeit im Autohaus Dietz und bin sehr dankbar, dass ich dort so gut aufgenommen und betreut wurde. Die Tage gingen viel zu schnell vorbei. Ich empfehle jedem mal ein Praktikum im Handwerk zu machen, es muss nicht unbedingt KFZ sein, einfach, um es auszuprobieren. Ein Tag langt schon, um zu sehen, wie viel Arbeit in einem Auto steckt und um das Handwerk wertzuschätzen und Erfahrungen zu sammeln. Da müssen die nächsten Betriebe schon ordentlich nachlegen, nach so einer coolen ersten Woche.