Marketing bei marcapo

Diese Woche bekam ich die Möglichkeit, bei marcapo in Ebern, in verschiedene Marketingberufe Einblick zu erhalten. Vermarktung, Werbeberatung, Produkt- und Projektmanagement waren die vier Bereiche in die ich, über zwei Tage verteilt, schnuppern durfte.

Bevor ich euch von meinen Erlebnissen berichte, möchte ich kurz ein paar Worte zu marcapo als Unternehmen schreiben: marcapo ist zuständig für lokale Markenführung und Marketingportale. 155 Mitarbeiter arbeiten dort und davon sind 15 Ausbilder, die jeweils einen Azubi zugeteilt bekommen, um den sie sich kümmern. Das Unternehmen bietet unter anderem Marketingportale, Werbemaßnahme und Design, Vermarktung und Aktivierung, Partnerbetreuung und -entwicklung und vieles mehr als Leistungen an und zu den wohl bekanntesten Kunden zählen STIHL, Wella, Ergo, Hans im Glück und Itzehoer. Vor der Gründung des heutigen Unternehmens wurde das Gebäude als Druck- und Verlagshaus und später als Full-Service-Werbeagentur genutzt. 2005 wurde marcapo, wie es heute existiert, gegründet. Geschäftsführer sind aktuell Thomas Ötinger, Marc-Stephan Vogt und Christian Schwarzenberger. Berufserfahrene, Studenten und Schüler haben die Möglichkeit dort Ausbildungen oder Duale Studiengänge zu machen oder gleich ins Berufsleben einzusteigen.

Nun aber zu meinen Erfahrungen. Am ersten Tag war ich hauptsächlich in der Vermarktung unterwegs. Dort durfte ich gleich helfen Werbemittelideen für STIHL Fachhändler zu Weihnachten zu sammeln und ich durfte einen Beitrag für das interne Magazin der STIHL Fachhändler erstellen. Insgesamt hat mir dieses Ideensammeln und an den Kunden bringen am meisten Spaß gemacht. So in etwa habe ich mir Marketing vorgestellt und es war der, meiner Meinung nach, kreativste Bereich. Des Weiteren durfte ich an internen Team-Meetings teilnehmen und auf diese Weise bekam ich sehr schnell einen sehr tiefen Einblick in die Arbeit des Unternehmens.

Am nächsten Tag durfte ich in drei andere Bereiche (im Schnelldurchlauf) schnuppern. Begonnen mit dem Produktmanagement, das als ,,Knotenpunkt“ und ,,Schnittstelle zwischen den Abteilungen“ bezeichnet wird. Hier werden die Marketingprodukte immer wieder verbessert und das Preis-Leistungs-Verhältnis geprüft. Eine Erneuerung und Bearbeitung eines Produktes kostet bis zu 40 Arbeitsstunden, die Erstauflage benötigt ungefähr ein halbes Jahr, bis sie alle Bereiche durchlaufen und von jedem Zustimmung erhalten hat.

Der nächste Beruf, den ich kennenlernen durfte, war der des Projektmanagements. Nach einem Meeting des einen Teams (dieser Bereich ist in zwei Teams aufgeteilt mit je ca. 10 Personen, in denen sich die Mitarbeiter gegenseitig unter die Arme greifen und vertreten, falls nötig), erklärte mir eine sehr freundliche Azubine, worum sich das Projektmanagement kümmert. Das Projektmanagement ist die Schnittstelle zwischen marcapo und dem Kunden. Jeder Mitarbeiter in dem Bereich betreut eine Firma intensiv und ein paar andere Firmen nebenbei, falls die zuständige Person ausfällt oder gerade viel um die Ohren hat. Man stellt den Kunden neue Produkte vor und ist der Ansprechpartner für Fragen und Wünsche.

Der letzte Marketingberuf, den ich entdecken durfte, war die Werbeberatung. In dem Bereich geht es um den Kontakt mit dem Endkunden und man wirkt im Namen der Marken. Das Hauptaugenmerk liegt in diesem Bereich auf Versicherungen und Ärzten. Die Zufriedenheit der Endkunden wird regelmäßig mit Umfragen geprüft und man verschickt Newsletter mit zur Nachfrage passenden Angeboten.

Als Fazit fand ich die Zeit bei marcapo echt super und total interessant, ich kann mir sogar vorstellen, beruflich in die Richtung zu gehen. Die Mitarbeiter sind echt ein klasse Team, jeder gibt jedem Ratschläge und konstruktive Kritik und auch in der Freizeit treffen sie sich, zum Beispiel bei einem Fotokurs oder dem marcapo-Laufteam. Ich wurde gut aufgenommen und mir wurde alles erklärt und wenn ich Fragen hatte, wurden die auch freundlich beantwortet. Außerdem wurde ich nach meiner Meinung und Ideen gefragt, das fand ich total cool, nachdem ich ja kein Experte in dem Gebiet bin. Dass ich in so viele Bereiche schnuppern durfte, war eine einmalige Chance und sehr gut organisiert. Wie ihr bereits merkt, komm ich aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus, es war wirklich eine tolle Erfahrung!


Wasserbauer/in – mehr als nur ein Job

Davor…

Helloooo,

der Main, ein Fluss, an dem man bei einem Spaziergang die Natur genießen kann und ab und zu mal ein Boot oder Schiff vorbeifährt. Sonst noch was? Viele von euch würden jetzt wahrscheinlich „eher nein“ oder so etwas Ähnliches antworten. Doch dass diese Antwort nicht so passend auf die Frage ist, habe ich schon nach wenigen Stunden als Jobentdeckerin beim Außenbezirk Haßfurt des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Schweinfurt herausgefunden. Als Wasserbauer/in bist du nämlich den ganzen Tag am, im, auf oder mit dem Main (oder einem anderen Fluss) beschäftigt. Die erste  Überraschung für mich war, dass wenn ein Schiff über den Main fahren will, viel mehr passiert/ passieren muss als nur das Steuern des Schiffes. Im Vorfeld müssen Baggerarbeiten für genügend Wassertiefe, Kontrolle der Bäume am Main, Messungen, Schleusenüberwachungen, Schleusen- und Wehrinstandhaltungen und vieles mehr stattfinden.  Der  Beruf des Wasserbauers ist  so vielseitig, genau wegen dieser vielen unterschiedlichen Aufgaben. 

Die Ausbildung beinhaltet folgende Themen:

Fragt man einen Wasserbauer, welche Aufgaben er in seinem Job hat, oder wie ein klassischer Arbeitsalltag aussieht, wird es keine konkrete Antwort geben, und nicht, weil der Mann/ die Frau es nicht weiß, sondern, weil der Job so vielseitig ist, dass es schwer nur kurz zusammenzufassen ist. Der Versuch, es doch ganz knapp zusammenzufassen, ist dann vielleicht so, dass man als Wasserbauer/in den Fluss (bei uns der Main) und die sich darum, darunter, darin oder darauf befindenden Dinge wie Bäume, Schleusen oder Böden so pflegt, dass dieser von, für diesen Fluss ausgelegten Schiffen, ohne Probleme genutzt werden kann. Nach der Ausbildung ist immer noch alles offen. So kann man sich auch gut weiterbilden und kann die Tätigkeit in dem Job noch weiter ausbauen.

Mir hat vor meinen zwei Tagen dort der Job nichts gesagt und ich konnte mir beim besten Willen auch nichts darunter vorstellen, aber jetzt möchte ich allen, die gerne in der Natur sind, gut bei Arbeit anpacken können und auf besondere Arbeiten Lust haben – bspw. der Taucher, den man auf den Wasserbauer draufsetzen kann -, ein Praktikum und dann vielleicht sogar eine Ausbildung beim Außenbezirk in Haßfurt empfehlen. Ich bin super positiv überrascht und denke, dass viele an diesem Beruf, gerade wegen der vielen verschiedenen Aufgaben und den ganz unterschiedlichen Weiterbildungen, Spaß haben werden und ihn auch viel mehr machen würden, wenn er bekannter wäre. Dafür bin ich ja jetzt da. 

Also bewerbt euch – zumindest mal für ein Praktikum -, es lohnt sich wirklich!! 

Anna

…danach!
Meine 2 Tage

Infos für Interessierte (hoffentlich fast alle von euch):

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Ausbildung in Haßfurt, Volkach, Marktbreit und Gemünden 

Die Schule und Lehrgänge sind in Koblenz, 2 Wochen an der Küste und 1 Woche an der Talsperre

Einstellungsvoraussetzungen:  

Qualifizierter Mittelschulabschluss

Schwimmabzeichen Bronze

Technisch – Mathematisches Verständnis

Naturverbundenheit

Teamfähigkeit

Gesundheitliche Eignung

Freiheit von Strafen

Lohn: ​​​1. Jahr: 1018,26€

​​​ 2. Jahr: 1068,20€

​​​ 3. Jahr: 1114,02€

Bewerbung an:

Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Schweinfurt

Frau Pfeufer

Mainberger Straße 8

97422 Schweinfurt

wsa-schweinfurt@wsv.bund.de

Bewerbungsschluss für 2020: 04.11.2019

Weitere Infos:

www.wsa-schweinfurt.wsv.de

Link zum Video über Wasserbauer: 

https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/ich-machs/ausbildung-beruf-wasserbauer-100.html


Haßfurt neu entdecken…

…war das Motto unseres ersten Freizeitprogramms, an dem wir (Madleine und Jule) letzten Donnerstag teilnehmen durften.

Begonnen hat unser Programm an der Touristeninformation in Haßfurt. Dort wartete die sehr sympathische Frau Voll auf uns, welche uns durch die Stadt führte und alle Wahrzeichen zeigte, geschichtliche Fakten und historische Hintergründe zu Straßennamen und Ähnlichem erzählte und auch erklärte, weshalb Haßfurt eigentlich Haßfurt heißt. Die Vollbluthaßfurterin war dabei absolut in ihrem Element und kam aus dem erzählen und schwärmen gar nicht mehr raus und beantwortete auch gerne unsere Fragen.

Die Ritterkapelle, das Wahrzeichen Haßfurts

Nach der ,,gewöhnlichen“ Tour entdeckten wir auch noch eine eher versteckte Ecke Haßfurts, die wohl zu den schönsten Orten der Stadt zählt. In Oberreuters-Garten, einem ehemaligen Biergarten, wurden wir herzlich willkommen geheißen. Wir wurden nicht nur durch den wunderschönen Garten geführt, sondern durften in der Kegelbahn vor Ort unser Können unter Beweis stellen.

Eine der wohl schönsten Ecken Haßfurts, Oberreuters-Garten
Wir Jobentdeckerinnen zusammen mit den Eigentümern des Gartens Herr und Frau May (rechts hinten und zweite von links) und Frau Voll (vorne rechts)

Nach dem Besuch des Gartens ging es noch auf den ,,Oberen Turm“, wo wir schon ein bisschen Höhenluft schnuppern durften, bevor es dann tatsächlich in die Lüfte ging. Der krönende Abschluss unseres Ausflugs war nämlich ein Rundflug über den Landkreis. Wir konnten sogar unsere Häuser erkennen. Alles in Allem hatten wir also wirklich die Chance etwas über den Landkreis und Haßfurt zu lernen und beides aus neuen Perspektiven zu sehen. Sowohl die Führung durch Haßfurt, als auch den Rundflug können wir jedem nur empfehlen. Vorallem wenn man die Häuser, Straßen und Orte täglich sieht, ist es super spannend die Geschichten dazu zu kennen und neue Perspektiven kennenzulernen.

Wir hatten echt total viel Spaß und freuen uns schon auf unsere nächsten Freizeitaktivitäten.

Bis dann und liebe Grüße, eure Madleine und Jule


Meine Erste Woche als Jobentdeckerin startet

Salut ihr Lieben,

mein Name ist Madleine Schor und in ich darf in den diesjährigen Sommerferien als Jobentdeckerin durch unseren schönen Landkreis Haßberge touren. Auf meiner Reise darf ich dabei verschiedene Berufsfelder und Firmen kennenlernen und nebenbei auch noch ein bunt gemischtes Programm an Freizeitangeboten in unserer Region testen.

Mein erster Stopp führte mich zu der Metallbaufirma Haga in Hofheim. Die Haga GmbH wurde vor über 40 Jahren vom Geschäftsführer Norbert Rumpel gegründet. Von einem kleinen Unternehmen, das in einer Garage ihren Ursprung hatte, hat sich die Haga im Laufe der Jahre zu einem der Marktführer in der Metallbranche etabliert. Doch trotz des Wachstums der Firma, die mittlerweile auf drei Standorte in ganz Deutschland verteilt ist, ist der Kern des Unternehmens erhalten geblieben und auch heute noch ist die Haga ein echtes Familienunternehmen, was vor allem am familiären Umgang unter den Mitarbeitern deutlich wird.

Mein erster Arbeitstag, der ganz unter dem Motto „Haga entdecken“ stand, startete Dienstagmorgen um 8:00 Uhr. Nachdem mich Daniela Rumpel, die für die Organisation in der Haga verantwortlich ist, in Empfang genommen hatte und wir die wichtigsten Details für die nächsten zwei Tage besprochen hatten, führte Sie mich erst einmal über das ganze Firmengelände. Dabei wurde mir bewusst, wie groß das Anwesen wirklich ist und wie schnell man sich dort verlaufen kann. Ich schaute sowohl in der kaufmännischen als auch technischen Abteilung vorbei, wo mir viel über die vergangenen Projekte der Haga berichtet wurde. Neben nationalen Aufträgen ist die Firma auch immer wieder an internationalen Projekten, wie z.B. in Kuwait, England oder Portugal beteiligt. Der Leiter des Technischen Bereiches, Herr Achim Zippel, erklärte mir, wie einzelne Pläne in 2D oder 3D umgewandelt werden. Danach durfte ich mich selbst beim Zeichnen am PC ausprobieren.

Das ich mir einen besonders guten Zeitraum für das Praktikum ausgesucht habe merkte ich bereits am ersten Tag, einer der Mitarbeiter hatte Geburtstag und es gab Eis und auch am zweiten Tag wurde es nicht schlechter, denn es stand Mitarbeitergrillen auf dem Plan. So macht Arbeiten auf jeden Fall Spaß.

Wo am ersten Tag mehr Theorie war, stand am zweiten Tag die Praxis im Vordergrund. Ich startete ohne großes Vorwissen über den Beruf des Metallbauers in den zweiten Tag. Dazu gehört es auch, dass mein Arbeitstag bereits um 6:00 Uhr begonnen hat, was zunächst etwas ungewohnt war. Man ist da mit dem Schulstart um 8:00 Uhr doch schon ganz schön verwöhnt. Mein Tag war so strukturiert, dass ich jeweils immer ungefähr 1 ½ Stunden in den einzelnen Fertigungsbereichen verbracht habe und im Anschluss in den nächsten gewechselt bin, sodass ich am Ende des Tages alle Produktionsschritte, die zum Bau von Fenstern und Türen notwendig sind einmal durchlaufen bin. Nachdem mir die einzelnen Mitarbeiter immer kurz die Arbeitsschritte erklärt haben, durfte ich selbst loslegen. Vom Zusägen der einzelnen Teile per Maschine, über das festschrauben von Fensterteilen bis hin zum Schlussendlichen verpacken der fertigen Teile durfte ich tätig werden. Gerade beim Anbringen des Gummis im Fenster oder Türrahmen sind kleine Tricks und Kniffe sehr hilfreich, die man nach ein paar Versuchen aber sehr schnell drauf hat. Für alle meine Fragen standen mir die Mitarbeiter jederzeit gerne zu Verfügung.

Die Ausbildung zum Metallbauer, zur Metallbauerin dauert 3 ½ Jahre. Im Laufe der Ausbildung entscheidet man sich dann für eine von drei Richtungen: Nutzfahrzeugbau, Metallgestaltung oder Konstruktionstechnik. Um die Ausbildung erfolgreich beenden zu können, müssen 2 Gesellenprüfungen absolviert werden. Das Gehalt eines Metallbau-Azubis steigt von Jahr zu Jahr. Sind es im ersten Jahr rund 300- 700 Euro können es im vierten Jahr bereits zwischen 470 und 820 Euro sein, das ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Ich kann den Beruf des Metallbauers jedem empfehlen, der Handwerklich geschickt ist, gerne mit Technik arbeitet und kein Problem hat, eine Aufgabe über einen längeren Zeitraum immer wieder zu wiederholen.

Ich persönlich war sehr überrascht, wie viele verschiedene Arbeitsschritte für den Bau von einem Fenster oder einer Tür notwendig sind. Metallbauerin als späteren Beruf für mich selbst könnte ich mir zwar nicht vorstellen, aber für alle die sich für diesen Beruf interessieren kann ich die Haga als Ausbildungsplatz auf jeden Fall weiterempfehlen. Alle Mitarbeiter sind sehr nett und lustig, es wird also nie langweilig. Ich persönlich würde mir für das von Männern dominierte Berufsfeld wünschen, das sich in Zukunft mehr Frauen für diesen Beruf entscheiden würden.

Ich bin schon mal gespannt was mich in den nächsten Wochen so erwarten wird. Bis dahin alles Gute.

Eure

Madleine


Meine erfolgreiche erste Woche

Hallihallo ihr Lieben,

mein Name ist Jule und ich bin eine der vier Jobentdeckerinnen der Haßberge 2019. Diese Woche war mein erster Einsatz und ich durfte in den Beruf der KFZ-Mechatronikerin im Autohaus Dietz in Ebern schnuppern. Am Montag ging es um 07.20 los. Herr Stefan Leidner, der KFZ-Meister des Autohauses, war meine Ansprechperson und ein richtiger Glückstreffer für mich.

Das Praktikum war eines meiner Wunschpraktika. Als ich gehört hab, dass man in den Beruf des KFZ-Mechatronikers schnuppern darf, war ich sofort begeistert. Das lag daran, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte KFZ-Mechatronikerin zu werden und ich dachte mir, dass das ja nur lustig werden kann und letztendlich hat es mir total gut gefallen.

Am besten an dem Praktikum fand ich, dass ich ziemlich viel machen durfte, vorallem am ersten Tag. Der Beruf des KFZ-Mechatronikers hat den Vorteil sehr selbstständig zu sein und trotzdem braucht es ein gutes Team, um das Auto zu reparieren. Ich musste keine Löcher in die Luft starren, sondern durfte gleich von Anfang an anpacken. Schrauben rein und raus drehen wurde zu meiner Hauptaufgabe, aber ich durfte auch beim Reifenwechsel, Anhängerkupplung anbauen und Kundendienst helfen. Während der Arbeit hatte ich die Möglichkeit die anderen mit Fragen zu durchlöchern, zu dem Beruf, zum Handwerk im Allgemeinen, zu ihrer Freizeit. Alles, was mir nunmal in den Kopf kam. Dazu wird noch ein extra Bericht, nur in Interviewform kommen. Ein Zitat teile ich aber schon jetzt mit euch, da es mir besonders im Gedächtnis geblieben ist.

,,Kein Beruf ist so unterbezahlt, wie das Handwerk.“

Der Lohn liegt in der Ausbildung ca. bei 450-650 Euro im Monat. Danach steigt er schon, variiert aber von Werkstatt zu Werkstatt und großes Geld machen ist in dem Beruf nahezu unmöglich. Mein Arbeitstag startete, wie bereits erwähnt um 07.20, ich hatte zwei Pausen, eine von 09.30 bis 09.50 und eine zwischen 12.15 und 12.45, nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass um 16.05 Feierabend war (vielleicht bin ich als Schülerin da auch etwas zu verwöhnt). Und Langeweile ist ein Fremdwort in dem Beruf, es gibt immer etwas zu tun. Mehr als man schaffen kann. Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man überlegt beruflich in die Richtung zu gehen.

,,Da ist Lego teilweise verständlicher.“

Was mir am ersten Tag aufgefallen ist, ich aber auch schon ein bisschen erwartet hatte, war, dass die Männerquote in der Werkstatt deutlich überwiegt. Zehn Männer und eine Auszubildente. Da musste ich auch ein bisschen nachbohren. Die Auszubildente selbst ist durch ihren Großvater, der auch eine Werkstatt hatte, in der sie immer mal wieder geholfen hat, auf den Beruf gekommen und ist super zufrieden mit ihrer Wahl. Ihre männlichen Kollegen sind auch super zufrieden mit ihr. Als ich Stefan darauf angesprochen hab, meinte er, dass es noch nie Probleme mit Mädchen gab, ganz im Gegenteil. Seiner Meinung nach, sind die weiblichen Praktikanten und Azubis wirklich motiviert das Handwerk erlernen, während Jungs oft nur Praktikum in der Werkstatt machen, weil es halt jeder macht. Ein andrer Kollege, der sich mit mir über meine Berufswünsche unterhalten hat, meinte: ,,Es ist nunmal kein Mädchenberuf.“ Ich hab natürlich gleich gefragt, weshalb er das so sieht und die Argumentation war sinnvoll und ich konnte nachvollziehen, was er meinte.

,,Nur weil ein Mädchen den Reifen trägt, wird der Reifen nicht leichter.“

Er hat mir die Geschichte erzählt, wie er eine Praktikantin einen Reifen hat schleppen lassen und dafür angemotzt wurde, weil er das arme Mädchen doch nicht so ein Gewicht tragen lassen kann. Er meinte, dass wenn eine Frau denselben Beruf ausübt wie er, sie auch dasselbe leisten muss wie er. Sei es im Bezug auf Geschicklichkeit, Ausdauer oder Kraft. Ich dachte an den Reifenwechsel am Vortag, bei dem ich mit einem 10kilo Reifen schon Probleme hatte, weil ich nicht wusste, wie ich ihn anpacken muss und ihn auf Brusthöhe zu heben, war auch für mich kein Kinderspiel und ich bin kein kleines zierliches Mädchen. Ich hab ihn verstanden. Ich möchte hier auf keinen Fall Mädchen/Frauen abschrecken, mir haben die Tage total viel Spaß gemacht und es gibt auch einige Frauen, die als KFZ-Mechatronikerin arbeiten und super glücklich damit sind. Man muss sich nur im Klaren darüber sein.

Ich hatte, wie bereits angedeutet eine super Zeit im Autohaus Dietz und bin sehr dankbar, dass ich dort so gut aufgenommen und betreut wurde. Die Tage gingen viel zu schnell vorbei. Ich empfehle jedem mal ein Praktikum im Handwerk zu machen, es muss nicht unbedingt KFZ sein, einfach, um es auszuprobieren. Ein Tag langt schon, um zu sehen, wie viel Arbeit in einem Auto steckt und um das Handwerk wertzuschätzen und Erfahrungen zu sammeln. Da müssen die nächsten Betriebe schon ordentlich nachlegen, nach so einer coolen ersten Woche.


Die Jobentdeckerinnen starten!

Die Sommerferien haben begonnen und damit fiel auch der Startschuss für die neuen Jobentdeckerinnen im Landkreis Haßberge: diesen Montag sind die ersten beiden Jobentdeckerinnen Jule und Madleine in das Sommerferien-Projekt gestartet. Jobentdeckerin Jule ist aktuell beim Autohaus Dietz in Ebern im Einsatz als Kfz-Mechatronikerin. Jobentdeckerin Madleine schnuppert in dieser Woche in den Beruf der Metallbauerin bei der Firma HAGA Metallbau.

Wer die Erfahrungen und Erlebnisse unserer Jobentdeckerinnen Anna, Ann-Katrin, Jule und Madleine in den Sommerferien mitverfolgen will, der kann ihnen einfach auf Instagram über den Hashtag #jobentdecker2019 folgen oder regelmäßig ihre Berichte auf der Homepage im Jobentdecker-Blog nachlesen.

Auf diesen Instagram-Profilen posten unsere Jobentdeckerinnen:

  • Jobentdeckerin Anna auf dem Profil @jobentdecker_has_2019_anna
  • Jobentdeckerin Ann-Katrin auf dem Profil @jobentdecker_has_2019_ankatrin
  • Jobentdeckerin Jule ist mit dem Profil @jobentdecker_has_2019_jule
  • Jobentdeckerin Madleine findet man auf Instagram als @madleineschor
  • Projekt-Profil auf Instagram: @jobentdecker_has_2019

Jobentdecker meets Unternehmer – 15. Juli 2019

Auftakt ins Jobentdecker-Projekt: unsere Jobentdeckerinnen stellen sich vor und haben die Gelegenheit zu einem ersten Austausch mit den beteiligten Unternehmen im „Speed-Dating“.

Im Rahmen eines sommerlichen Abendempfangs im Innenhof des Landratsamtes wurde der Startschuss ins „Jobentdecker-Projekt“ gegeben. Bei entspannter Athmosphäre wurden die am Projekt beteiligten Unternehmen vorgestellt und präsentiert und ebenso die Jobentdeckerinnen, die in den Sommerferien auf Entdeckungsreise durch die Arbeits- und Lebenregion Landkreis Haßberge gehen.

Weiterlesen